Reiterbögen
4000 Jahre Steppenkultur in deinen Händen
Der Reiterbogen ist eine der faszinierendsten Bogenarten überhaupt. Kompakt, kraftvoll und tief in der Geschichte der Steppenvölker Zentralasiens verwurzelt. Was ihn von anderen traditionellen Bögen unterscheidet, ist nicht nur seine geringe Länge von 48 bis 54 Zoll, sondern sein Gesamtkonzept: eine ingenieurtechnische Meisterleistung aus Horn, Holz und Sehne, die trotz ihrer kompakten Bauweise Pfeilgeschwindigkeiten von 170 bis 200 fps erreicht. Alle weiteren Bogenarten findest du in unserer Bögen-Kategorie.
Was einen Reiterbogen technisch besonders macht
Das Herzstück jedes Reiterbogens sind die Siyahs, die starren Endstücke der Wurfarme. Sie wirken beim Auszug wie Hebel, halten den Sehnenwinkel flach und sorgen dafür, dass das volle Zuggewicht erst kurz vor dem Ankerpunkt spürbar wird. Kombiniert mit der extremen Reflexkrümmung des Bogens ergibt das eine Zugkurve, die trotz kurzer Bauform außergewöhnlich viel Energie speichert. Hochwertige Reiterbögen bestehen aus mehreren Materiallagen, typischerweise einem Holzkern aus Ahorn oder Bambus, Fiberglas- oder Carbonschichten in den Wurfarmen und traditionell auch Horn und Sehnen bei authentischen Kompositbögen. Moderne Laminatbögen bringen diese Eigenschaften in einer wetterfesteren und pflegeleichteren Form.
Schießtechnik und Zubehör: Was du wissen musst
Der Reiterbogen wird traditionell nicht mit dem mediterranen Drei-Finger-Griff gezogen, sondern mit dem Daumenabzug. Der Pfeil liegt dabei beim Rechtshänder rechts vom Bogen, direkt über dem Handrücken, ohne Pfeilauflage und ohne Bogenfenster. Der Daumenabzug erfordert einige Wochen Eingewöhnungszeit, bis die Muskulatur aufgebaut ist. Einsteiger schützen sich dabei mit einem Daumenring aus Horn, Leder oder Metall vor der Belastung durch die Sehne.
Beim Zuggewicht gilt für den Reiterbogen besondere Vorsicht. Der steile Sehnenwinkel und die Daumentechnik belasten Hand und Daumen stärker als bei anderen Bögen. Als Einsteiger empfehlen sich 20 bis 30 Pfund. Ein 30-Pfund-Reiterbogen fühlt sich durch den steilen Auszug anfühlen wie ein 35-Pfund-Recurve. Diese Einschätzung überrascht viele, ist aber entscheidend für einen guten Einstieg.
Für wen eignet sich ein Reiterbogen?
Ehrlich gesagt ist der Reiterbogen kein idealer Erstbogen für absolute Anfänger. Wer mindestens sechs Monate Erfahrung mit Recurve- oder Langbogen mitbringt und sich für asiatische Bogensporttradition begeistert, wird von diesem Bogentyp begeistert sein. Er eignet sich hervorragend für 3D-Parcours im Gelände, wo seine kompakte Bauform im Unterholz unschlagbare Vorteile bietet, sowie natürlich für das berittene Bogenschießen. Wer modernes Equipment mit Visier und Stabilisatoren bevorzugt, ist mit einem Recurvebogen besser beraten.
Unser Sortiment bei BogenSportWelt
Bei BogenSportWelt findest du Reiterbögen in allen Preisklassen. Für den Einstieg bieten sich solide Laminatbögen zwischen 80 und 200 Euro an, bewährte Hersteller sind unter anderem Beier Germany und Toparchery. Im Mittelfeld überzeugen Kaya und AF Archery mit koreanisch und türkisch inspirierten Modellen zwischen 150 und 350 Euro. Für anspruchsvolle Schützen gibt es handgefertigte Premiumbögen von Herstellern wie Grozer, die historisch genaue Repliken mit exzellenter Verarbeitung bieten. Bitte kaufe keinen Reiterbogen unter 80 Euro, da Bögen in diesem Segment häufig mit unsauberen Leimverbindungen und falschen Zuggewichtsangaben aufwarten. Stöber durch unser Sortiment oder lass dich von unserem Team beraten.