WM berittenes Bogenschießen, Junioren-EM, Europacup Bogenlauf

03.08.2018 15:00

Das DFBV-Team räumte im estischen Tallinn ordentlich ab

Vom Teamsieg bei der Junioren-EM in Griechenland, einer Top-10-Platzierung bei der WM im berittenen Bogenschießen und dem deutschen „triple incroyable“ des DBSV bei der 1. Etappe des European Run-Archery-Cups – hier seht ihr Fotos und Berichte unserer Schützen vom internationalen Bogensport.

Bogenläufer Marco Kreische - European Run-Archery Cup Event 1

Am 14. und 15. Juli fand in Estland das erste von 2 Events des European Run-Archery Cup 2018 statt. Von Berlin Tegel flog ich zusammen mit dem DBSV-Nationalteam und meiner Frau nach Tallinn, wo der Veranstalter unsere Weiterreise ins nahegelegene Städtchen Keila organisierte. Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, der zu einem Sport- und Freizeitgelände mit Skipisten, Skatingstrecken und Fußballplätzen ausgebaut wurde, fanden die Wettkämpfe bei strahlendem Sonnenschein und sommerlicher Hitze statt.

Das Starterfeld beim European Run-Archery Cup in Tallinn war breitUm diese schönen Medaillen wurde gelaufen UND geschossenMarco Kreische hatte auch in Tallinn wieder einen guten Lauf und schoss zielsicher

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Sprintwettbewerbe. Dabei war ein Kurs aus drei Laufrunden zu je 400m zu absolvieren. Zwischen den Laufrunden mussten je vier 16cm große Ziele mit maximal 6 Pfeilen aus 18m Entfernung getroffen werden. In einem ersten Qualifikationsdurchlauf gegen die Uhr schafften alle 7 deutschen Teilnehmer/innen die Qualifikation für ihre Halbfinalläufe. Ins Finale der Herren kamen drei Russen, vier Franzosen, Niklas Krause, Philipp Bauer und ich. Niklas, Philipp und ich machten in einem grandiosen Finallauf alle Medaillenplätze unter uns aus, ohne einen einzigen Reservepfeil nutzen zu müssen. Das enttäuschte französische Team, das bis zur letzten Runde geführt hatte und schon im Damenfinale leer ausging, betitelte uns würdigend als "triple incroyable" - ein wirklich unglaublicher Tag für das DBSV-Team, der durch die Silbermedaille von Sandra Szulc bei den Damen und Nico Krumbholz bei den Junioren abgerundet wurde.

Kniend schießen ist nicht jedermanns SacheHier das deutsche Das deutsche DBSV-Team konnte sich über zahlreiche Medaillen freuen

Der Sonntag begann mit dem Langdistanzwettbewerb über 4 Runden zu je 1000m, der im Sequenzstartmodus gegen die Uhr ausgetragen wurde. Reservepfeile gab es hier nicht, jeder Schuss musste sitzen - und tat es bei mir auch, sodass ich hinter dem laufstarken Franzosen Olivier Demichel meine zweite Silbermedaille des Wochenendes erkämpfte und die Führung in der Gesamtwertung des Europacups übernahm. Beim anschließenden Staffelwettbewerb schlugen Niklas, Philipp und ich erneut zu und sorgten für einen strafrundenfreien, goldigen Abschluss der Wettkämpfe.

Das deutsche Silber für Marco in der LangdistanzGold für die Staffel - unseren Glückwunsch!

Am Abend begleiteten wir das französische und russische Team zum gemeinsamen WM-Final-Fußballabend in die Innenstadt von Tallinn. Während die Mehrheit der Tallinner für Kroatien fieberte, tanzten die Franzosen schon zur Halbzeit auf den Tischen und trugen inbrünstig die Marseillaise vor. Bevor wir am Montag mit dem Turboprop-Flugzeug in Richtung Heimat aufbrachen, blieb sogar noch Zeit für einen Spaziergang zur Ostsee und eine Sightseeing-Tour durch die von Aida-Touristengruppen durchflutete Altstadt. Das Abschlussevent des European Run-Archery Cup 2018 findet am 6.+7. Oktober im französischen Fontainebleau statt.

Die besten berittenen Bogenschützen der Welt trafen sich im ungarischen Pomáz

Bogenreiterin Johanna Pfister – WM HAOWC

Berittenes Bogenschießen ist sowohl Tradition als auch ein Sport, der die Vergangenheit mit der Gegenwart und den Osten mit dem Westen verbindet. Und genau eine solche Verbindung wurde bei der ersten offenen Weltmeisterschaft der IHAA im Berittenen Bogenschießen geschaffen!

Bogenreiterin Johanna Pfister trat für Deutschland in Ungarn an

Es dürfte eines der bislang größten Bogenreiterturniere gewesen sein, mit über 100 Startern die aus 25 verschiedenen Ländern in Pomàz zusammengekommen sind um ihre Nation zu vertreten und gegeneinander anzutreten. Um dieser gigantischen Größe gerecht zu werden wurde als Austragungsort die Bogenreitschule der Nemethys gewählt, welche sich über eine Fläche von 24 Hektar des Majdan Plateau erstreckt. Das Gelände war einfach riesig! Doch irgendwie war es genau das Richtige für eine Weltmeisterschaft dieser historischen Sportart. Eine wunderschöne Hochebene, umgeben von Wäldern, Bergen und natürlich jede Menge Platz für die Pferde…

Aufgrund der hohen Starteranzahl wurden auf dem Gelände drei verschiedene Bahnen für die jeweiligen Wettkampfarten des Berittenen Bogenschießens (ungarisch, polnisch und koreanisch) aufgebaut, auf denen während der ersten drei Wettkampftagen zeitgleich gestartet wurde.

Der asiatische Stil, auch als koreanischer Wettkampf bezeichnet, zeichnet sich vor allem durch seine Dynamik und den Fokus auf einzelne, gezielte Schüsse aus dem vollen Galopp aus.
Der polnische Wettkampf, welcher seinen Ursprung, wie der Name schon sagt, in Polen hat, ist eine relativ offen gehaltene Geländestrecke und einer großen Vielfalt an unterschiedlichen Schüssen in so ziemlich alle Richtungen wink Der Ungarische dagegen fordert vor allem freistehendes schießen und eine perfekte Schusstechnik um den weiten Distanzen, der hohen Schussgeschwindigkeit und der Vielzahl an Schüssen gerecht zu werden.

Versiert mit Pfeil und Pferd: Die deutsche Mannschaft des berittenen Bogenschießen

Diese drei Wettkampfarten wurden von allen Startern in den drei Tagen (Donnerstag – Samstag) geritten und daraus ergab sich dann auch das Gesamtergebnis des einzelnen sowie die Teamwertung. Hierfür wurden von den gemeldeten Team-Startern die besten drei des jeweiligen Landes gewertet - und ich war dabei!

Die deutsche Mannschaft (Max Kleinbauer, Jens Vogt, Christian Ahner, Johannes Hofmeister, Steffen Kirtzel und ich) hat sich diese drei Tage hervorragend geschlagen und letztendlich schafften wir es auf den 5. Platz. Hinter Ungarn, Frankreich, Polen und ganz knapp nur vor uns, Schweden.

Johanna wurde 9. der Jugend bei der WM 2018Drei aus unserer Truppe schafften es in die Top 10 und wir durften somit am Sonntag beim Einzel-Finale mitmachen, an welchem nochmal die besten 10 Jugendlichen und die besten 10 Erwachsenen unter laufender Kamera starteten! Hierfür wurden nochmal alle drei Disziplinen in verkürzter, bei der Geländestrecke sogar erschwerter Form geritten. Das Ergebnis zählte dann mit dem von den anderen Tagen (je 50%) in die Weltmeisterwertung. Am Ende wurde Max 7er, Jens 9er und ich in der Jugend ebenfalls 9er.

Die Medaillen in der Einzelwertung gingen an Levente Maucha vor Christoph Nemethy (beide Ungarn) und Maxime Coca (Frankreich) bei den Senioren. Bei den Junioren Àgi Maucha (Ungarn) vor Markus Hijortsberg (Schweden) und Martin Imbert (Frankreich). Insgesamt war es einfach ein hammermäßiges Turnier auf höchstem Niveau! Daher HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH an alle die dabei waren! Und, wie man immer so schön sagt, nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf…

Auf unserer Facebook-Seite findet ihr ein ganzes Album mit noch mehr tollen Bilder des Events: KLICK!

Vor strahlend blauer Kulisse aus Himmel und Meer freute das DSB-Jugend-Team sich über seine Erfolge

Junioren EM in Patras, Griechenland

Talida Chrubasik, gut beschirmt durch Trainer Marc DellenbachRecurvebogenschützin Talida Chrubasik

Die Anreise verlief reibungslos, wir flogen mit dem DSB-Team ja bereits am 23.06.2018 nach Griechenland, landeten in Athen und mit dem Bus ging es dann weiter nach Patras zu unserem Hotel! Das Hotel war super, direkt am Meer. Am ersten Tag durften wir uns erholen und einfach das Meer und den Pool genießen. Am Anfang der Woche hat es leider öfters geregnet, das war nicht so toll. Am Ende der Woche war es dafür recht heiß.

EM-Gold für Talida, Clea Reisenweber und Charline SchwarzIch trat in der Klasse Kadetten weiblich / Recurve im Einzel und im Team an, in der Kadettenklasse weiblich starteten insgesamt 56 Teilnehmerinnen, 351 Teilnehmer starteten in den verschiedenen Klassen bei der EM. Im Einzel erreichte ich nach der Quali Platz 16 mit 641 Ringen, nach den Matches landete ich leider nur noch auf Platz 33. Am Anfang der Woche hat es leider öfters geregnet, das war nicht so toll.

Im Team lagen wir nach der Quali auf Platz 2 und die Matches liefen super, so dass wir uns am Ende GOLD gegen Frankreich sicherten! Im Team haben wir auch einen neuen deutschen Rekord mit 1938 Ringen aufgestellt, allerdings wurde dies erst etwas später festgestellt und leider weiß ich bis heute noch nicht, ob dieser anerkannt wurde.

Die Wettkampfbedingungen waren sehr gut, die Atmosphäre und die Stimmung im Stadion waren top. Die Finals fanden am Strand statt, das war super. Allerdings war ich auch sehr aufgeregt, vor allem beim Goldfinale, da habe ich es anfangs gar nicht gecheckt, dass wir gewonnen haben.

Insgesamt war es eine tolle Erfahrung für mich, trotz der Aufregung habe ich versucht, mein Bestes zu geben. Bei den Matches hat leider ein etwas schlechterer Stechpfeil mein Weiterkommen verhindert. Da war ich dann schon sehr enttäuscht, allerdings hat der Erfolg im Team meine Stimmung schnell wieder verbessert.

Domenic Kiehl war als einziger Compounder im DSB-Team bei der eM dabeiCompoundbogenschütze Domenic Kiehl

Vom 27. Juni–1. Juli 2018 durfte ich überraschend mit zur Junioren Europameisterschaft nach Patras/Griechenland. Diesen Platz habe ich mir auf der ersten Rangliste in Berlin erkämpft. Schon am 23. Juni 2018 flog das Deutsche Junioren- und Jugendteam mit 11 Teilnehmern nach Griechenland, ich war als einziger Compounder mit dabei. Dies war für mich eine Ehre und natürlich sehr aufregend. Die ersten Tage nutzten wir, um zu trainieren und uns zu akklimatisieren. Die Stimmung im gesamten deutschen Team war super.

Am 27. Juni 2018 gingen dann die Wettkämpfe los. Für mich ging es am Nachmittag in der Compound-Kadettenklasse mit 29 Teilnehmern an den Start. Das Wetter war super. Nach Regenschauern am Vormittag ließ der Regen am Nachmittag nach und wir konnten bei ca. 25 Grad an den Start gehen.

Das deutsche Jugend-EM-Team 2018

Nach anfänglicher Nervosität fand ich allmählich in den Wettkampf und wurde immer stärker. Am Ende kämpfte ich mich dann auf Platz 14 hoch. Dies war super! Ich habe es in die Finals geschafft. Diese fanden dann am nächsten Tag statt. Auch hier war das Wetter wieder super. Bei angenehmen 25 Grad ging es in die Finals, den sogenannten KO-Runden. In meinem ersten Match durfte ich gegen den Italiener Cuogo Giacomo ran. Ich war voll fokussiert, denn ich wollte gewinnen. Es gelang mir auch den Italiener mit 146/139 zu schlagen.

Leider war ich im zweiten Match leicht nervös. Ich musste gegen den Belgier Sebastien Osnowski ran, dieser war dritter aus der Vorrunde. Ich fand nicht gleich in meinen Rhythmus und musste mich dann mit 146/141 geschlagen geben. Ich wurde am Ende neunter. Trotzdem war ich glücklich in meinen ersten internationalen Einsatz soweit gekommen zu sein und freue mich auf weitere tolle Wettkämpfe.


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