Spinewertrechner

Bitte ergänze die folgenden Daten. Anschließend können wir Dir den empfohlenen Spinewert ausgeben.

Bitte geben Sie ein gültiges Zuggewicht ein (min. 5 lbs).
Bitte geben Sie eine gültige Auszugslänge ein (min. 18 Zoll).
Bitte geben Sie ein gültiges Spitzengewicht ein (min. 30 gr).

Was ist der Spinewert eines Pfeils?

Der Spinewert ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines Pfeils und beschreibt dessen Steifigkeit bzw. Biegsamkeit. Genauer gesagt gibt er an, wie stark sich ein Pfeilschaft unter einer standardisierten Belastung durchbiegt. Dieser Wert wird gemessen, indem man ein Gewicht von 2 lbs auf die Mitte des Schaftes legt und dann die dadurch entstehende Durchbiegung in 1/1000stel Zoll misst.

Warum ist der Spinewert wichtig?

Für einen präzisen und stabilen Pfeilflug ist es entscheidend, dass der Spinewert des Pfeils optimal auf die Leistung deines Bogens (insbesondere das Zuggewicht) und deine persönliche Auszugslänge abgestimmt ist. Auch das Gewicht der Pfeilspitze spielt eine Rolle.

  • Ist der Pfeil im Verhältnis zum Bogen zu steif (Spinewert zu niedrig), wird er beim Abschuss tendenziell nach links (beim Rechtshandschützen) oder nach oben/unten (je nach Schießstil und Bogenart) ausbrechen.
  • Ist der Pfeil zu weich (Spinewert zu hoch), wird er tendenziell nach rechts (beim Rechtshandschützen) oder ebenfalls nach oben/unten ausbrechen.

Nur ein Pfeil mit dem passenden Spinewert verlässt den Bogen sauber (dies hängt mit dem sogenannten "Archer's Paradox" zusammen) und fliegt gerade auf das Ziel zu. Dies führt zu engeren Gruppierungen und besserer Treffgenauigkeit.

Wie wird der Spinewert angegeben?

Der Wert wird üblicherweise als Zahl angegeben (z. B. 500, 400, 340). Hierbei gilt:

  • Je höher die Zahl, desto weicher (flexibler) ist der Pfeil. Ein 500er Spine ist also weicher als ein 400er Spine.
  • Je niedriger die Zahl, desto steifer ist der Pfeil.

Die Ermittlung des korrekten Spinewertes ist essentiell für erfolgreiches Bogenschießen. Unser Spinewertrechner hilft dir dabei, basierend auf deinen Angaben eine passende Empfehlung zu finden!

Der Pfeilflug-Kalkulator

Download

Mit dem Pfeilflug-Kalkulator hast du die Möglichkeit, die Flugkurve und die theoretische Reichweite deines Pfeiles zu berechnen. Trage dazu einfach die benötigten Werte in den Kalkulator ein, um ein Ergebnis zu erhalten.

Dankend bereitgestellt von Markus

Im Video: Die Flugkurve mit dem Pfeilflug-Kalkulator berechnen

Aerodynamik

Der Strömungswiderstand ist abhängig von Luftdichte, Pfeilgeschwindigkeit, cW-Wert und Stirnfläche des Objekts. Er wirkt jeweils direkt entgegengesetzt der Flugrichtung und kann in horizontale und vertikale Komponente aufgespalten werden.

  • FFS = 1/2 * ρ * v² * C * A

Die negative Beschleunigung durch den Strömungswiderstand ist zusätzlich abhängig von der Masse des Pfeils.

  • F = m * a
  • a = F / m
  • aS = 1/2 * ρ * v² * C * A / m

Durch Kombination aller Konstanten kann ein Faktor k ermittelt werden

  • k = 1/2 * ρ * C * A / m
  • aS = k * v²
  • Dicke Pfeile mit großer Stirnfläche erfahren einen größeren Strömungswiderstand.
  • Bei hoher Pfeilgeschwindigkeit ist der Strömungswiderstand viel höher, als bei geringer Geschwindigkeit.
  • Pfeile mit schlechter Aerodynamik (z.B. große Federn, FluFlu) oder nicht-aerodynamischen Spitzen haben höheren Widerstand.
  • Schwere Pfeile erfahren durch ihren höheren Impuls eine geringere "Abbremsung".

cW-Wert

Verwendete Methode: Nutzung der Stirnfläche A des Pfeilschafts, abbildung der Befiederung über cW-Wert kleine, gerade Federn führen zu geringem cW-Wert, große außladende Federn zu hohem cW-Wert.

  • Sportpfeil: cW-Wert ist ca. 2,1
  • LARP-Pfeil: cW-Wert bis zu 45

Alternative Methode: Nutzung der Stirnfläche von Pfeilschaft, Befiederung und allen Elementen bei konstantem cW-Wert eines pfeilförmigen Objekts von ca. 0,9.

Kräfte / Beschleunigungen, die auf den Pfeil einwirken

Horizontal:

  • Der Pfeil wird durch die horizonalte Komponente des Strömungswiderstands gebremst.

Vertikal:

  • In der Steigphase (vor dem Scheitelpunkt) wird der Pfeil durch die vertikale Komponente des Strömungswiderstands und durch die Erdanziehung gebremst.
  • In der Sinkphase (nach dem Scheitelpunkt) wird der Pfeil durch die durch die vertikale Komponente des Strömungswiderstands in umgekehrter Richtung gebemst (Auftrieb) und durch die Erdanziehung weiter beschleunigt. Ist der Pfeil schnell genug so dass Auftrieb/Strömungswiderstand und Erdanziehung gleich sind, erreicht der Pfeil im freien Fall die terminale Geschwindigkeit.

Fehler / Annäherungen

Das Excel Tool modelliert mit dem Pfeilflug ein komplexes aerodynamisches Phänomen. Viele Effekte der Realität (vgl. Quellen) können nicht abgebildet werden. Dazu zählen:

  • Effekte aus der Fluglage und der sich dadurch ändernden Stirnfläche des Pfeils, insbesondere extreme FOCs
  • Effekte aus instabiler Fluglage und stark variabler Stirnfläche des Pfeils, insbesondere Fishtailing oder starkes Schwingen des Pfeils
  • Abweichende cW-Werte von LARP, FluFlu, stark helicalen oder anderen Befiederungen
  • Effekte durch Änderungen am laminaren oder tubulenten Strömungsverhalten des Pfeils, z.b. Veränderungen der Oberfläche
  • Effekte durch Änderungen am Strömungsverhalten des Pfeils durch Spitzen (z.B. Jagd-) oder ungewöhnliche Nocken
  • Effekte durch Drehung des Pfeils und resultierende Magnus-Kräfte

Quellen

Drag Coefficients of Bullets, Arrows, and Spears

https://sites.google.com/site/technicalarchery/technical-discussions-1/drag-coefficients-of-bullets-arrows-and-spears

Aerodynamic properties of an arrow: Influence of point shape on the boundary layer transition

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1877705811009970

Arrow Aerodynamics

http://www.capgo.com/FlyingSticks/book/aerodynamics.html

Häufige Fragen zum Spinewertrechner

Was ist der Spinewert eines Pfeils?

Der Spinewert gibt an, wie stark sich ein Pfeilschaft unter einer standardisierten Belastung durchbiegt. Gemessen wird er, indem ein Gewicht von 2 lbs auf die Mitte des Schaftes gelegt und die Durchbiegung in Tausendstel Zoll gemessen wird. Je höher die Zahl, desto weicher der Pfeil: ein 500er Spine ist weicher als ein 400er. Alle gängigen Carbonpfeile und Komplettpfeile in unserem Shop sind mit dem jeweiligen Spine-Wert ausgezeichnet.

Ein Pfeil, der nicht zum Bogen passt, verlässt die Sehne nicht gerade. Ist er zu steif (Spinewert zu niedrig), bricht er beim Rechtshandschützen tendenziell nach links aus. Ist er zu weich (Spinewert zu hoch), bricht er nach rechts aus. Beides führt zu schlechten Gruppierungen, unzuverlässiger Treffgenauigkeit und auf längeren Distanzen zu erheblichen Abweichungen. Das Phänomen dahinter nennt sich Archer's Paradox.

Der Archer's Paradox beschreibt das scheinbare Paradoxon, dass ein Pfeil sein Ziel trifft, obwohl er beim Abschuss direkt auf den Bogen zeigt und nicht auf das Ziel. Durch die seitliche Biegeschwingung des Pfeils beim Verlassen der Sehne schwingt er um das Mittelstück herum. Damit diese Schwingung kontrolliert ausschwingt und der Pfeil gerade fliegt, muss der Spine-Wert exakt passen.

Die wichtigsten Faktoren sind das Zuggewicht des Bogens, die Auszugslänge, das Spitzengewicht in Grain, das Schaftmaterial (Carbon oder Holz) sowie die Bogenart (Recurve, Langbogen, Compound) und das Sehnenmaterial (Dacron oder FastFlight/Spectra/Dyneema). Unser Rechner berücksichtigt alle diese Parameter. Du kannst zusätzlich unseren Bogensport-Rechner und den Auszugslängen-Rechner nutzen, um alle nötigen Werte zu ermitteln.

FastFlight- und Spectra-Sehnen sind deutlich steifer als Dacron-Sehnen und übertragen die Energie des Bogens schneller und direkter auf den Pfeil. Das beeinflusst das Biegeverhalten des Pfeils beim Abschuss. Wer von Dacron auf FastFlight wechselt, muss unter Umständen seinen Spinewert anpassen, da der Pfeil effektiv steifer reagieren muss. Langbögen aus Holz sollten grundsätzlich nur mit Dacron-Sehnen beschossen werden.

Grain ist die Maßeinheit für das Gewicht von Pfeilspitzen und dem Gesamtpfeil. Je schwerer die Spitze, desto mehr biegt sich der Pfeil beim Abschuss durch, was einem weicheren Spine entspricht. Wer schwere Jagdspitzen verwendet, braucht also einen steiferen Schaft (niedrigerer Spinewert) als jemand, der leichte Feldspitzen schießt. Passende Pfeilspitzen findest du in unserem Sortiment.

Grundsätzlich ja, das Messprinzip ist dasselbe. In der Praxis unterscheiden sich die Tabellen aber, da Holzpfeile eine andere Dichte und ein anderes Biegeverhalten haben als Carbonpfeile. Unser Rechner fragt deshalb das Schaftmaterial ab und gibt eine materialspezifische Empfehlung aus. Holzpfeile werden häufig für traditionelle Bögen und Langbögen verwendet und haben oft andere Spine-Bereiche als Carbon.

Der Rechner gibt eine Empfehlung auf Basis der Standardparameter. In der Praxis kann es sinnvoll sein, eine Stufe härter oder weicher zu probieren, je nach persönlicher Schießtechnik und individuellem Setup. Wenn du unsicher bist, hilft unser Support bei der Auswahl des passenden Pfeils. Alle Komplettpfeile und Carbonschäfte in unserem Shop sind mit dem Spine-Wert versehen, damit du direkt vergleichen kannst.