Linkshand-Bögen

Hier findest du alle Bögen für Linkshandschützen, vom Einsteiger-Recurve bis zum Wettkampf-Compound, dazu Langbögen, Hybridbögen und das passende Zubehör. Linkshandbögen kosten bei uns das Gleiche wie Rechtshandbögen und stehen dir leistungsmäßig in nichts nach. Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob du wirklich einen Linkshandbogen brauchst, findest du weiter unten alles zur Augendominanz, zur Kreuzdominanz und die passenden Tests dazu.

Du bist Linkshänder oder dein linkes Auge ist dein dominantes? Dann brauchst du einen Linkshandbogen. Hier findest du das vollständige Sortiment für linkshändige Schützen, vom Einsteiger-Recurve bis zum Wettkampf-Compound, plus passendes Zubehör wie Tabs, Köcher und Pfeilauflagen für die richtige Seite. Bevor du dich für ein Modell entscheidest, lohnen sich zwei Minuten Lesezeit, denn die wichtigste Frage beim Bogenkauf ist nicht deine Schreibhand, sondern dein dominantes Auge.

Linkshand oder Rechtshand? Das ist der entscheidende Unterschied

Das dominante Auge beim Bogenschießen – was genau bedeutet das eigentlich? Dieser Frage geht Thomas Sillmann nach und erklärt dir zudem anschaulich, wie du dein dominantes Auge bestimmen kannst. In diesem Video erfährst du außerdem, ob es bei den verschiedenen Bögen etwas zu beachten gibt.

Die Bezeichnung "Linkshandbogen" verwirrt viele Einsteiger, weil sie genau umgekehrt zur Alltagslogik funktioniert. Ein Linkshandbogen wird mit der rechten Hand gehalten und mit der linken Hand gespannt. Die Händigkeit bezieht sich also immer auf die Hand, die die Sehne zieht, nicht auf die Hand, die den Bogen hält.

Technisch unterscheiden sich Linkshand- und Rechtshandbogen vor allem im Griffstück und im Bogenfenster. Beim Linkshandbogen ist das Bogenfenster spiegelbildlich ausgefräst, die Pfeilauflage sitzt auf der rechten Seite und auch das Griffstück ist ergonomisch für die rechte Bogenhand geformt. Wurfarme, Sehne und Nockpunkte sind in der Regel universell und unterscheiden sich nicht.

Wichtig zu wissen ist, dass du als Linkshandschütze keine Leistungsnachteile hast. Hersteller kalkulieren identische Preise für beide Händigkeiten, die Konstruktion ist spiegelbildlich gleichwertig und olympische Medaillengewinner schießen in beiden Varianten. Der einzige praktische Unterschied liegt in der Verfügbarkeit. Im stationären Handel ist die Auswahl an Linkshandbögen oft kleiner, online sind beide Händigkeiten vollständig verfügbar.

So prüfst du deine Händigkeit beim Bogenschießen

Die zentrale Frage lautet nicht, mit welcher Hand du schreibst, sondern welches deiner Augen das dominante ist. Das dominante Auge verarbeitet visuelle Informationen schneller und steuert die Ziellinie vom Auge über die Sehne und die Pfeilspitze bis zum Ziel. Passt der Bogen nicht zum dominanten Auge, entsteht eine seitliche Verschiebung dieser Linie und du zielst unbewusst dauerhaft am Ziel vorbei.

Wir empfehlen drei einfache Tests, die du in 15 Minuten zu Hause durchführen kannst. Stimmen alle drei Ergebnisse überein, hast du eine klare Augendominanz.

Test 1: Der Rauten-Test (zuverlässigste Methode)

  1. Strecke beide Arme gerade nach vorne aus und führe Daumen und Zeigefinger beider Hände zu einer kleinen Raute zusammen.
  2. Halte beide Augen offen und fokussiere durch die Raute einen entfernten Gegenstand, etwa eine Türklinke oder die Ecke eines Bilderrahmens.
  3. Bewege deine Hände langsam zum Gesicht und behalte das Objekt dabei durch die Raute im Blick.
  4. Deine Hände wandern automatisch zu einem Auge. Vor diesem Auge endet die Raute, und das ist dein dominantes Auge.

Steht die Raute am Ende vor deinem linken Auge, brauchst du einen Linkshandbogen.

Test 2: Der Daumen-Test (Porta-Test)

Strecke einen Arm aus und halte deinen Daumen vor einen vertikalen Gegenstand in etwa fünf Metern Entfernung, zum Beispiel einen Türrahmen. Verdecke den Gegenstand mit dem Daumen, beide Augen offen. Schließe nun abwechselnd ein Auge. Bei dem Auge, das den Daumen weiterhin deckungsgleich über dem Gegenstand zeigt, handelt es sich um dein dominantes Auge. Beim nicht-dominanten Auge springt der Daumen seitlich weg.

Test 3: Der DIN-A4-Test

Nimm ein DIN-A4-Blatt und stich ein kleines Loch in die Mitte. Halte das Blatt mit ausgestreckten Armen vor dich, beide Augen offen, und visiere durch das Loch einen entfernten Gegenstand an. Ziehe das Blatt langsam zum Gesicht. Das Blatt landet automatisch vor deinem dominanten Auge.

Wichtig ist, jeden Test mehrfach zu wiederholen und nicht unter Stress oder Müdigkeit durchzuführen. Bei Kindern empfehlen wir, die Tests an verschiedenen Tagen zu wiederholen und sauber zu dokumentieren.

Was ist Kreuzdominanz?

Etwa 10 Prozent aller Menschen haben eine sogenannte Kreuzdominanz. Das bedeutet, die Schreibhand und das dominante Auge liegen auf verschiedenen Körperseiten. Ein klassisches Beispiel ist der Rechtshänder mit dominantem linken Auge. Im Alltag fällt das kaum auf, im Bogensport entscheidet es jedoch über deinen langfristigen Erfolg.

Für Einsteiger gilt eine klare Empfehlung. Lass immer das Auge entscheiden, nicht die Schreibhand. Wenn du Rechtshänder bist und ein dominantes linkes Auge hast, kaufe einen Linkshandbogen und lerne die Motorik auf die andere Hand um. Bei Kindern und Jugendlichen dauert diese Umstellung typischerweise zwei bis drei Wochen, bei Erwachsenen zwei bis vier Wochen. Verglichen mit den Jahrzehnten, die dein Bogensport-Hobby halten kann, ist das eine kurze Investition.

Bogenschießen ist keine natürliche Bewegungsform und muss komplett neu erlernt werden. Es gibt deshalb keinen motorischen Vorteil, mit der gewohnten Hand zu schießen. Das Sehen lässt sich dagegen nicht umtrainieren, die Augendominanz ist genetisch festgelegt.

Kreuzdominanz bei fortgeschrittenen Schützen

Wenn du bereits jahrelang trainierst und erst jetzt feststellst, dass du eine Kreuzdominanz hast, gibt es zwei Wege. Entweder du lernst um, was bei fortgeschrittenen Schützen sechs bis zwölf Monate konsequentes Training kostet, oder du gleichst die Kreuzdominanz mit Hilfsmitteln aus. Bewährt haben sich Schießbrillen mit Blende, die das dominante Auge gezielt abdunkeln. Das einfache Zukneifen funktioniert kurzfristig, führt auf Dauer aber zu Verspannungen.

Die Entscheidungsmatrix für deinen Bogenkauf

Deine Händigkeit Dein dominantes Auge Empfohlener Bogen
Rechtshänder Rechtes Auge Rechtshandbogen
Linkshänder Linkes Auge Linkshandbogen
Rechtshänder Linkes Auge Linkshandbogen (Kreuzdominanz)
Linkshänder Rechtes Auge Rechtshandbogen (Kreuzdominanz)

Linkshand-Bögen im Sortiment

Bei uns findest du alle gängigen Bogentypen in der Linkshand-Variante. Welcher Typ zu dir passt, hängt von deinem Einsatzbereich, deinem Erfahrungslevel und deinen Zielen ab.

Linkshand Recurvebogen

Der Recurvebogen ist der Allrounder unter den Bögen und für die meisten Einsteiger die richtige Wahl. Bei den dreiteiligen Take-Down-Modellen kannst du das Mittelteil in der Linkshand-Variante kaufen und die Wurfarme sind universell. Steigst du später im Zuggewicht oder wechselst auf einen Wettkampfbogen, behältst du deine Wurfarme weiter im Einsatz. Das ILF-System sorgt dafür, dass Wurfarme verschiedener Hersteller auf jedes ILF-Mittelteil passen, unabhängig von der Marke.

Linkshand Compoundbogen

Beim Compoundbogen sind Griffstück und Cam-System auf eine Händigkeit ausgerichtet. Ein Umbau von Rechts- auf Linkshand kommt einem Neukauf gleich, daher ist die richtige Entscheidung beim Kauf besonders wichtig. Unsere Linkshand-Compounds decken den gesamten Bereich ab, vom Einsteiger-RTS-Set mit breitem Verstellbereich bis zum Wettkampf-Modell für Indoor und 3D.

Linkshand Langbogen und Hybridbogen

Bei modernen Langbögen und Hybridbögen mit eingearbeitetem Shelf gibt es ebenfalls Linkshand-Varianten. Historische Langbögen ohne Pfeilauflage, die über den Handrücken geschossen werden, sind theoretisch beidhändig nutzbar. Wenn du traditionell oder instinktiv schießen willst, beraten wir dich gerne zur passenden Variante.

Zubehör für Linkshandschützen

Mit dem Bogen allein ist es nicht getan. Diese Teile sind händigkeitsabhängig und brauchen die passende Ausführung.

  • Pfeilauflage für Recurve und Compound
  • Tab bei Recurve und Langbogen
  • Release bei Compound (Handgelenks-Releases sind händigkeitsspezifisch)
  • Köcher in Bogenköcher-Ausführung
  • Armschutz für den Bogenarm (beim Linkshandschützen der rechte Arm)
  • Spezialnocken wie Beiter-Nocken und Befiederungen wie Spinwings gibt es händigkeitsspezifisch

Sehne, Wurfarme, Nockpunkte und Buttons sind in der Regel universell und nicht händigkeitsabhängig.

Häufige Fragen zu Linkshand-Bögen

Ich bin Linkshänder. Brauche ich automatisch einen Linkshandbogen?

Nicht zwingend. Die Schreibhand allein entscheidet nicht. Mache zuerst den Rauten-Test, um deine Augendominanz zu bestimmen. Liegt eine Kreuzdominanz vor, entscheidet das Auge.

Mein Kind ist Rechtshänder, der Test ergab aber ein linkes dominantes Auge. Was nun?

Kauft einen Linkshandbogen. Die Umstellung der Motorik klappt bei Kindern in zwei bis drei Wochen problemlos. Langfristig schießt dein Kind mit dem zum Auge passenden Bogen deutlich präziser.

Kann ich einen Rechtshandbogen für Linkshand umbauen lassen?

Nein, das ist technisch nicht möglich. Bogenfenster, Pfeilauflage und Griffstück sind asymmetrisch konstruiert. Bei einem dreiteiligen Take-Down-Recurve kannst du allerdings das Mittelstück austauschen und so die Händigkeit wechseln, die Wurfarme bleiben.

Sind Linkshandbögen teurer oder schlechter verfügbar?

Die Preise sind identisch, Hersteller kalkulieren beide Händigkeiten gleich. Online ist die Verfügbarkeit komplett, im stationären Handel kann die Auswahl kleiner ausfallen.

Habe ich als Linkshandschütze sportliche Nachteile?

Leistungsmäßig nein. Die einzigen Nachteile liegen in der Verfügbarkeit vor Ort, gelegentlich längeren Lieferzeiten bei Sondermodellen und einem kleineren Gebrauchtmarkt. Olympische Spitzenschützen kommen in beiden Händigkeiten vor.

Was tun, wenn beide Augen gleich stark sind?

In seltenen Fällen liegt keine klare Augendominanz vor. Dann empfehlen wir, die Tests an verschiedenen Tagen zu wiederholen. Bleibt das Ergebnis uneindeutig, entscheidet die Händigkeit. Beim Schießen kannst du das nicht-führende Auge mit einer Augenklappe oder Schießbrille abdecken, um Doppelbilder zu vermeiden.

Wie schnell lerne ich auf die "andere" Hand um?

Bei Kindern und Einsteigern zwei bis drei Wochen, bei Erwachsenen zwei bis vier Wochen. Bei fortgeschrittenen Schützen, die bereits eingeschliffene Abläufe umstellen, sechs bis zwölf Monate konsequentes Training.

Unser Rat zum Schluss

Wenn wir dir einen Tipp geben dürfen, dann diesen. Mache die Augendominanz-Tests bevor du den Bogen aussuchst, nicht andersherum. Zwei Minuten Test zu Hause können dir einen teuren Fehlkauf ersparen. Im Einsteigerbereich bedeutet ein einteiliger Recurve oder ein Compoundbogen mit falscher Händigkeit den Totalverlust von 120 bis 500 Euro. Bei einem Take-Down-Modell kommst du mit einem neuen Mittelteil ab 80 Euro wieder ins Spiel. Wenn du dir bei der Auswertung unsicher bist, melde dich bei uns oder geh in einen Verein in deiner Nähe und schieße zur Probe ein paar Schüsse mit beiden Händigkeiten. Das schafft Sicherheit, die kein Test ersetzen kann.